Gibt es die neutestamentliche Gemeinde Jesu Christi noch?

"Alle Gläubigen waren aber beisammen

und hatten alle Dinge gemeinsam;

sie verkauften die Güter und Besitztümer

und verteilten sie unter alle,

je nachdem einer bedürftig war.

Und jeden Tag waren sie beständig

und einmütig im Tempel

und brachen das Brot in den Häusern,

nahmen die Speise mit Frohlocken

und in Einfalt des Herzens;

sie lobten Gott

und waren angesehen bei dem ganzen Volk.

Der Herr aber tat täglich die zur Gemeinde hinzu,

die gerettet wurden."

(Apostelgeschichte 2, V. 44-47)

 

 

Seit vielen Jahren beschäftigt mich beinahe quälend die Frage,

ob die biblische Gemeinde Jesu Christi überhaupt noch existiert.

 

Bereits um 1850 beklagte der Gottesmann Søren Kierkegaard,

dass das neutestamentliche Christentum nicht mehr vorhanden sei.

 

Einige seiner bewegenden Schriften haben mir geholfen,

nicht mehr weiter "Gemeinde spielen zu wollen",

und "das vielerorts anberaumte Theater" nicht mehr mitzutragen.

 

Meiner Einschätzung nach,

haben wir (sonderlich im Westen)

unser christliches "Erbe" weitgehend verloren.

 

Geblieben sind reichlich "Fake-Gemeinden",

Christentum in Sektenform,

hartherziges Pharisäertum oder

"wohlstandserkrankte Gospel-Light-Churches".

(Von der im Mitgliederschwund sich auflösenden,

pervertierten "Regenbogen-Staatskirche" ganz zu schweigen.)

 

Es geht (fast) nur noch um den "eigenen Club",

aber nicht mehr um Menschenseelen,

die ohne Jesus Christus verloren sind.

 

Selbst wenn eine Ortsgemeinde

heute noch die "gesunde Lehre" (theoretisch) bewahrt hat,

ist sie im besten Fall eine

"Unverbindliche Interessengemeinschaft christlicher Lehre",

aber nicht biblische, neutestamentliche Gemeinde Jesu Christi.

Ja, man hilft sich auch untereinander,

aber dies erfahren z.B. Mitglieder eines "Kaninchenzüchter-Vereins" nicht anders.

 

Gleichzeitig stranden an so vielen Orten unzählig viele Christen

- oder die es werden woll(t)en -

und "verdursten".

Ausgelaugt und erschöpft vom ermüdenden "Gemeinde-Zirkus",

wenden sie sich ab

und den Verführungen dieser Welt wieder zu.

 

Ja, es gibt noch lebendige Stätten des Glaubens,

die von Gott gebraucht werden.

Aber es sind sehr wenige (geworden). ...

 

Liegt es letztendlich wirklich ausschließlich an dem "Glaubensabfall",

der für die letzte Zeit vorhergesagt ist?

Können wir uns als Christen damit wirklich "entschuldigen"?

 

Mein Fazit:

In der westlichen Welt gibt es immer noch treue Menschen,

die ihr Leben ganz für den Herrn Jesus hingeben.

Meist lernt man sie jedoch (mit Ausnahmen) nicht (mehr) in Kirchen

oder Gemeinden kennen,

eher in privaten Zusammenkünften.

Die neutestamentliche "Orts-Gemeinde"

ist auf eine "homöopathische Dosis" zusammengeschrumpft.

Die "Kraft Gottes" ist schon längst gegangen

und wir haben es noch nicht einmal mitbekommen,

oder unseren erbärmlichen Zustand einfach "wegtheologisiert".

"Ikabod", ja, die Herrlichkeit ist gewichen.

Der Niedergang der Christenheit,

welche von Jesus Christus selbst mehrfach vorhergesagt wurde,

ist in den Industriestaaten des Westens schon längst vollzogen!

Und ich muß offen zugeben,

dass ich selbst ein Teil des "Laodizea-Problems" bin.

 

Möge Gott sich erbarmen

und uns in Jesus Christus noch einmal Gnade zur Umkehr schenken. ...

 

Der folgende Bibelvers,

der zweimal niedergeschrieben geschrieben wurde,

stammt aus einer Zeit,

als das damalige Volk Gottes auf dem Weg in den Niedergang war.

Der Vers kennzeichnet auch unsere Tage:

 

... jeder tat, was in seinen Augen Recht schien.

(Richter 17, V. 6b / Richter 21, V. 25b)

 

Jesus Christus fragt:

Doch wenn der Sohn des Menschen kommt,

wird er auch den Glauben finden auf Erden?

(Lukas 18, V. 8)

 

>> Der kommende Abfall vom Glauben

 

IKABOD – DIE HERRLICHKEIT IST GEWICHEN  >> Teil 1 / Teil 2